Gebäudesanierung als außergewöhnliche Belastung

Nach dem das im Jahr 2011 auf den Weg gebrachte Gesetz zur steuerlichen
Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden noch immer nicht
verabschiedet ist (das Gesetz ist Thema in der Sitzung des
Vermittlungsausschusses am 27.6.2012) hat der Bundesfinanzhof in drei am
13.6.2012 entschieden, dass Aufwendungen für die Sanierung eines selbst
genutzten Wohngebäudes als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig sein
können. Bei Vermietung sind die Aufwendungen ohnedies als Werbungskosten zu
berücksichtigen. Voraussetzungen für die Berücksichtigung der Aufwendungen
ist, dass die Baumaßnahmen zur Beseitigung konkreter Gesundheitsgefährdungen
notwendig sind. Dies wurde vom BFH in den Fällen eines asbestgedeckten
Daches, des Befalls mit Hausschwamm oder vom Gebäude ausgehender
unzumutbarer Geruchsbelästigungen bejaht, wenn sämtliche Mängel weder beim
Erwerb des Grundstücks erkennbar waren noch vom Grundstückseigentümer
verschuldet wurden und für die Mängel auch keine Schadensersatzansprüche
gegenüber Dritten geltend gemacht werden können.

Florian Saemann

Florian Saemann

Steuerberater|Partner

Steuerberater seit 2006 und seit 1999 steuerberatend tätig; vor Beginn der selbständigen Tätigkeit als Manager Transaction Tax bei der Ernst & Young GmbH tätig; Tätigkeitsschwerpunkte: ganzheitliche (Steuer-)Beratung, Jahresabschlusserstellung, Steuergestaltung, Unternehmensberatung und Sanierung; Branchenschwerpunkt: Immobilien. Zum Profil